Mittwoch, 8. Oktober 2014

Nullarbor

Mit einer Ausdehnung von 984.000 qkm und einer 3.700 km langen Küstenlinie ist Südaustralien der drittgrößte Staat Australiens (1,5 Mio E). Landschaftlich bietet Südaustralien viel Abwechslung.


Dramatische  Steilküsten  im Westen an der Great Australian Bight verführerische Strände an der Küste und fruchtbare Regionen im Hinterland (Weinbau, Obstanbau und Weizen)

Klippenhöhe zwischen 80 und 95 m


Die Küstenabschnitte sind oft ungesichert und sehr brüchig. Das Risiko trägt jeder selber.


Es kommt aber immer wieder vor, dass Menschen zu Tode kommen. Erst vor einigen Wochen ist ein französischer Tourist die Klippen abgestürzt .



Doch über 80% der südaustralischen Fläche wird dem Outback zugeordnet.


 Eine schier endlose Mischung aus Steppe und Wüste.




Der Hinweis auf dem Verkehrsschild hat seine Berechtigung



Auf dem Weg nach Fowlers Bay sehen wir unseren ersten Wombat - leider tot.  Er sieht aus wie ein kleiner Bär, hat dichtes schwarzbraunes Fell, ist pummelig und kurzbeinig, mit dickem Kopf und Stummelschwanz. Sein Beutel ist nach hinten geöffnet, damit beim Graben kein Schmutz eindringt.


Er lebt in selbstgebauten Höhlen und dichtet diese bei Feindgefahr mit dem Hinterrumpf ab. Er hat ein "Fleischfresser-Gebiss" obwohl er Vegetarier ist.

Einige der 400 000 wildlebenden Kamele in Australien (hier war eine Herde von 16 Tieren)



Einige Kilometer weiter ist die Weizenernte in vollem Gange. 2 Mähdrescher mit einer Schnittbreite von 12 m arbeiten auf einem Feld von 2000 ha.

Der Farmer Jack erzählt stolz, dass er hier pro ha einen Ertrag von 3 t erzielt (üblich sind 1-2 t in dieser Region)



 Ein LKW transportiert den Weizen direkt in ein Zentrallager.


























Überall wird hier in dieser Region Weizen angebaut - so weit das Auge reicht. Diese Weizensorte wird nur 25 - 30 cm lang. Die abgeernteten Halme werden wieder untergepflügt.

Origineller Briefkasten im Outback



Montag, 6. Oktober 2014

Balladonia RD



Der Schienenstrang der Indian Pacific Railway führt von Port Augusta über Kalgoorlie nach Perth über 2700 km durch eines der abgelegensten Gebiete des Kontinents.


Die Landschaft ist so flach und leer, dass es für die Bautrupps kein Problem war, hier den längsten geraden Eisenbahnabschnitt der Welt zu bauen. Auf 478 km, mitten durch die Steinwüste der Nullarbor Desert (die Bezeichnung Nullarbor entstammt dem lateinischen "nullus arbor" was so viel bedeuter wie "kein Baum") befindet sich keine einzige Kurve.


Der Eyre Highway ist eine gute Alternative zur Piste entlang der Bahnlinie.


Von Esperance wollen wir den Balladonia Track nehmen. Die Straße führt durch die Hügelkette der Russell Range bis zur kleinen Ortschaft Balladonia am Eyre Highway.

Der Weg ist nur was für erfahrene 4WD-Fahrer. Vor der Abfahrt sollte man sich unbedingt über den Pistenzustand informieren.


Tags zuvor hatte es geregnet, aber die Piste war geöffnet.


Die Balladonia Road schlängelt sich durch Buschland nach Norden. Unterwegs finden wir ein voll eingerichtetes Häuschen.

Hier kann jeder einkehren und übernachten, vorausgesetzt er nimmt seinen Müll wieder mit.


Wir müssen noch ein paar Kilometer fahren und verlassen diese gastliche Stätte.

Fast alle, die diesen Track bewältigt haben, hinterlassen ein durchschwitztes Kleidungsstück am Gate

Wir erreichen South Australia. So stolz wie hier sind die anderen Australier nicht auf ihre Herkunft: SA wurde als einzige Provinz von freien Bürgern gegründet. Männer und Frauen, egal welcher Herkunft und Religion, sollten gleichberechtigt sein, das war das Gesellschaftsideal der Gründer.


An der Grenze von West- nach Süd-Australien werden die Uhren um 1 Stunde vorgestellt und da in Süd-Australien ab Oktober die Sommerzeit gilt - West-Australien diese Zeitumstellung aber nicht mit macht - gleich noch eine weitere Stunde.


Die Nacht im Outback ist wunderbar milde und überrascht uns mit einer perfekten Mondfinsternis.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Esperance

Esperance, seine fantastischen Strände und die umliegenden Nationalparks sind Höhepunkte des Südwestens.


1792 suchten zwei französische Fregatten während eines Sturms Schutz in dieser Bucht. Eines der Schiffe hieß  "L`Esperance" (Hoffnung) und gab dem Ort diesen Namen. Die Inselwelt vor der Küste wurde nach dem zweiten Schiff  "La Recherche" benannt.

Der Aboriginalname für die Region ist "Kepa Kurl" was so viel wie "Platz, an dem Wasser wie ein Bumerang niederliegt" bedeutet.


Mit der Entdeckung von Gold in Norseman, Coolgardie und Kalgoorlie wurde 1895 schließlich die Stadt Esperance als Hafenstadt gegründet. Inzwischen ist Esperance ein etabliertes Landwirtschaftszentrum und vom geschäftigen Industriehafen werden jährlich viele Tonnen Fracht exportiert, vornehmlich Agrarprodukte (Weizen) und Mineralien (Eisenerz).


Am Samstag ist fishing time.


Beide  Angler sind sehr geduldig und haben eine große Ausdauer.


Aber am Abend gibt es "Fish and Chips" vom Imbiss-Stand.


 Angeln macht auch ohne Erfolg Spaß.


Am Sonntag macht Clint mit uns "Sightseeing"

Jeder Küstenabschnitt hat seinen besonderen Reiz.

und das Meer hat eine Vielzahl von Blautönen.


Am Abend gehen wir in ein gemütliches Lokal zum Essen.


Die große Auswahl an Biersorten (14 an der Zahl) macht die Entscheidung nicht einfach.

Zuhause lassen wir uns von Clint verwöhnen


Montag früh heißt es Abschied nehmen.


Die große Gastfreundschaft von Katriina und Clint werden wir hoffentlich eines Tages erwiedern können,

wenn die zwei im nächsten Jahr Europa bereisen.
"Auf Wiedersehn in Deutschland"


Freitag, 3. Oktober 2014

Kambalda


Clint fährt am Wochenende von Kambalda ( er ist dort der Manager von einem Mining Serivces-Unternehmen ) nach Esperanca um mit uns Fischen zu gehen. Katriina muss leider da bleiben (sie arbeitet dort in einem Hotel). Wir hätten sie gerne dabei gehabt...
Wir haben noch einen Tag Zeit und wollen uns in Kalgoorlie etwas umsehen.


Kalgoorlie ist eine Stadt, deren Leben allein vom Goldpreis abhängig ist.


Vor 4 Jahren wurde hier überall gebaut - der Goldpreis stieg. Heute stehen hier viele Häuser zum Verkauf und viele Geschäfte sind leer.

Einzig der Super Pit hat stetig an Tiefe gewonnen seit 1989.

Es ist die größte offene Goldmine Australiens und wird voraussichtlich bs 2017 in Betrieb sein.



 Die Mine ist 3500 m lang, 1500 m breit und hat eine Tiefe von 570 m.


 89 Millionen Tonnen Gestein wird jährlich abgebaut. (Abraumhalde im Hintergrund)

Daraus werden 800 000 Unzen Gold gewonnen. (z.Z. 880 000 000 §) In der Mine wird rund um die Uhr gearbeitet und das 364 Tage im Jahr. Pro Tonne gewinnt man 2-3 g Gold.


Auf dem Weg nach Esperanca liegen rechts und links Salzseen ohne jegliches Leben.


Und dann wieder an der Straße an beiden Seiten wunderhübsche Blumen,

die bei uns jeden Vorgarten schmücken würden.
  
Esperanca ist in einer wunderschönen Bucht gelegen.






Clint erwartete uns schon. Wir sollen uns wie zuhause fühlen. Bei so viel Gastfreundschaft fällt uns das nicht schwer.