Freitag, 29. August 2014

Monkey Mia


Carnavon (7000 Einwohner) ist für seinen Obst- und Gemüseanbau berühmt.

Durch die Züchtung der "Lunchbox Banana" eine handliche kleine Sorte für die Pausenbrotdosen, konnte der Absatz enorm gesteigert werden.


Sehenswert ist die riesige Satellitenschüssel (Durchmesser 26 m) "The Big Dish" des OTC Space Centre, die sofort ins Auge sticht, wenn man über den North West Coastal Highway anreist.


Die Anlage wurde 1964 als NASA Tracking Station gebaut. Zur Durchführung des Apollo-Missionen im Jahre 1964 war ein umfangreiches Kontrollnetz auf der Erde angelegt worden. Dies hatte die Aufgabe, das Kontrollzentrum in Houston möglichst permanent mit den Apollo-Raumfahrzeugen  zu verbinden.


Die heute nicht mehr genutzte Antennenanlage ist ein Andenken an die Zeit, als die Welt noch mit dem ersten Mann auf dem Mond mitfieberte.







Monkey Mia 26 km nordöstlich von Denham ist kaum mehr als ein ausgedehntes Strandresort mit Hotel, Campingplatz und einem Bootssteg. Weltbekannt ist es wegen seiner Delfine.

Einige in den Gewässern des Shark Bay lebenden Bottlenose Dolphins haben es sich zur Angewohnheit gemacht, jeden Vormittag an den Strand von Monkey Mia zu kommen.

 Dort werden sie seit vielen Jahren von den Rangern mit Fisch gefüttert.

Zahlreiche Touristen stehen – mit Kameras bewaffnet – knietief im Wasser und warten auf die freundlichen „Flipper“. Man mag das Specktakel mit gemischten Gefühlen betrachten, aber wir wollten dabei sein; denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, diese freundlich Tiere aus nächster Nähe zu betrachten?

Einerseits faszinieren die zahm wirkenden Delfine den Menschen und ziehen Besucher immer wieder morgens an den Strand. Andererseits erscheinen die barfüßigen Menschentrauben, die alle möglichst dicht an die Tiere herandrängen als touristisches Possenspiel.



Beim Zeltabbau stolzierte ein Emu majestätisch über den Rasen und suchte zielstrebig bei Lina und Malina aus Delmenhorst (Germany) nach etwas Essbarem im Auto. 
 
Mit einer Tüte Bananen wollte er abziehen. Gemeinsam wurde die Attacke des Emus abgewehrt und die Früchte erfolgreich zurückerobert.
 

Dienstag, 26. August 2014

Spinifex

Exmouth, die noch junge, 2500 Einwohner zählende Stadt am Exmouth Gulf expandiert deutlich. Schon bei der Einfahrt sieht man neu geschaffene Wohn- und Industriegebiete.

Der Town Beach liegt einen Kilometer  südöstlich der Innenstadt und ist allerdings nur bei Flut zum Baden geeignet.

An den Stränden sollte man sich vor beißenden Sandfliegen in Acht nehmen.



Exmouth hatte vor vier Jahren einige Kilometer vor der Stadt eine große Garnelenfarm. Man konnte dort essen oder jede Menge frischer Prawns kaufen und selber zubereiten.

Das wollten wir diesmal wieder ausgiebig nutzen. Aber unsere Enttäuschung war groß, als wir vor verschlossenen Türen standen. „Our new shop now in town center“ stand auf einem Schild. Das kleine Geschäft war nicht einfach zu finden, aber zwei Tage haben wir uns nur von leckeren Garnelen ernährt.

Weite Flächen des Outbacks sind von harten, spitzen Gräsern bedeckt.


Den Hauptwuchs bildet das Spinifex grass  (Igel- oder Stachelschweingras), das seinen Namen nicht zu Unrecht trägt.

Typisch für das Gras ist sein Ringwuchs. Neues Gras wächst nur am Rand nach. Mit der Zeit stirbt die Pflanze in der Mitte ab und es entsteht ein Kranz, dessen Durchmesser mit den Jahren wächst.

Spinifex ist eine der wichtigten Pflanzen der Trockengebiete – oft das einzige Gewächs überhaupt. Es bietet kleinen Tieren Unterschlupf und mit seinen Stacheln Schutz vor Feinden. Es gibt 55 verschiedene Arten und alle wachsen nur in Australien.

Aus der Ferne sind die Polster wunderhübsch anzusehen, aber wehe man wagt es, über die Ebenen zu laufen. Da ist oft einfach kein Durchkommen.


Montag, 25. August 2014

Bullara


Gehörn von einem Merinoschaftsbock


Unser nächstes Ziel ist Exmouth. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Schafsfarm vorbei, die wir bereits vor 12 Jahren kennengelernt hatten „Bullara“. Hier durften wir 2002 einen Tag der Schafschur filmen. Sieben Scherer waren aus Perth angereist – mit eigener Ausrüstung, eigener Küche und eigenem Koch. Die Schafe wurden im 3 Minutentakt geschoren. Die Farm hatte damals auf ihrem 500 000 ha Land eine Herde von 120 000 Schafen.

Die Gebäude waren alle verweist. Hier wurden gewiss keine Schafe mehr geschoren.
 
Schervorrichtung                 


Scherkopf

Zulaufgänge für die Schafe

Wollpresse mit Wollballen für den Export

Fahrzeuge, mit denen die Schafe zusammengetrieben wurden

Wir waren etwas unschlüssig: bleiben oder weiterfahren? Da hatte Stev uns schon entdeckt. Wir fragten nach den Schafen. 12 000 gibt es noch. Die Wollpreise sind so gefallen, dass man jetzt auf Fleisch-Schafe umgestellt hat. Außerdem weiden hier noch 9 000 Rinder auf dem riesigen Areal.
Ein kleines Zubrot bietet der Campground.

Dusche und Toilette unter dem riesigen Wassertank

Mit diesem Ofen heizte Steve bei Bedarf das Duschwasser an
Er führt uns stolz herum, zeigt uns die Duschen und Toiletten und wo wir schön spazierengehen können.
 
Wanderung zur roten Sanddüne
Spuren im roten Sand von Heinrich???

Stev und seine Frau Maggi sehen nach dem Rechten, derweil die Chefin auf Bali Urlaub macht.
 
Wir bleiben für eine Nacht und haben uns fast wie im Outback gefühlt.

Samstag, 23. August 2014

Wittenoon


Die heutige „Geisterstadt“ Wittenoon befindet sich am nördlichen Rand des Karjini National Park, den wir schon vor 4 Jahren reichlich bewandert haben. Im Visitor Center erhielten wir keinerlei Auskünfte zur Stadt – sie ist deffacto nicht mehr existent.

Bis 1966 wohnten hier 1500 Einwohner, die fast alle von der Asbest-Mine nahe der Stadt lebten. Von 1950 bis in die frühen sechziger Jahre war Wittenoon Australiens einziger Asbest Lieferant.

Asbestgestein wie es in der Natur vorkommt. Deutlich zusehen sind die schimmernden Streifen
Nachdem Ende der 70er Jahre die gesundheitlichen Risiken des Asbeststaubes bekannt wurden, kaufte die Regierung den Einwohnern die Gebäude ab und ließ sie unverzüglich abreißen. Man geht davon aus, dass mindestens 25% der Minenarbeiter an Lungenkrebs erkrankt sind. Trotz dieser Tatsache gibt es heute noch 8 Einwohner, die sich strikt weigern, den Ort zu verlassen. Zahlreiche Warnschilder weisen Reisende auf das Gesundheitsrisiko hin.

 Die Tankstelle und die Pension von Wittenoon sind inzwischen geschlossen.

Die Natur rund um den Ort ist wunderschön und läd zum Wandern ein.




Aber alle Wege und Plätze sind menschenleer. Wir haben niemanden gesehen und hätten doch so viel Fragen gehabt.