Dienstag, 14. Oktober 2014

Adelaide



Die jüngste Millionenstadt Australiens strahlt Großzügigkeit, Rechtschaffenheit und biedere Bürgerlichkeit aus. 
Spannungsreiche Fotomotive geben die zahlreichen Prachtbauten des vorigen Jahrhunderts ab, die in der Innenstadt Schulter an Schulter mit moderner Glasfassaden-Architektur steht.




Ein breiter Grüngürtel trennt die streng geometrisch angelegte City von den Wohnvierteln ringsum.
Die übersichtliche, flache Innenstadt ist bequem zu Fuß zu erkunden. Wir lassen unser Auto am Parkrand stehen und gehen Richtung City.
 
Die Fußgängerzone Rundle Mall und die Adelaide Arcade sind die Einkaufszentren der Stadt.
Das Ayers House, in dem früher der Premierminister residierte.
Nach einem ausgiebigen Bummel wollten wir weiterfahren. Dummerweise sind wir ohne Stadtplan losmarschiert und müssen uns zum Parkplatz durchfragen. 
Wir kommen durch einen schönen Park mit uralten Olivenbäumen und treffen auf einen kleinen pausierenden Bautrupp.
Als wir nach der Unley Rd fragen, ernten wir schallendes Gelächter. Das wäre ja wohl am anderen Ende der Stadt – ob wir da etwas zu Fuß hinwollten. (in Australien läuft niemand gerne zu Fuß) Spontan erklärt sich Tim bereit, uns mit seinem LKW zu unserem Auto zu fahren.
Wir nehmen das Angebot dankbar an und sind aufs Neue begeistert von der enormen Hilfsbereitschaft der Australier. 

Montag, 13. Oktober 2014

Hahndorf



König Friedrich Wilhelm III reformierte die lutherische Kirche. Daraufhin verließen viele alt Lutheraner Preußen. Zwischen 1837 und 1900 kamen rund 18.000 Deutsche nach Süd-Australien.
Am 12 August 1838 machte sich das Segelschiff „Zebra“ vom Hamburger Hafen auf die lange Reise nach Süd-Australien. Am 28. Dezember erreichte es Port Misery (dem heutigen „Port Adelaide“) mit  188 Menschen an Bord. (6 Erwachsene und 5 Kinder waren während der Überfahrt gestorben).
Der Kapitän Dirk Meinertz Hahn bemüht sich sehr um die Aussiedler.

 Aus Dankbarkeit wurde von den Siedlern ihr Dorf nach ihm benannt: „Hahnendorf“

175 Jahre Hahndorf

In Hahnendorf geht es noch recht deutsch zu.

Hofbräuhaus


Der Ort liegt hübsch eingebettet in lauter Weinbergen in einer lieblichen Hügellandschaft.

Fachwerkhäuser scharen sich um kleine lutherische Kirchen mit spitzen Türmen.


In den Schaufenstern ticken Kuckucksuhren, Blasmusik soll die Kundschaft anlocken

und im „German Cake Shop“ kann man sich Schwarzwälder Kirschtorte servieren lassen.


Betagte Ulmen und mächtige Kastanienbäume bilden schattige Alleen. Sogar Deutsche Eichen fielen uns auf.

„How do you call this tree“? fragte Heinrich einen Anwohner, der seinen Garten wässerte. „English Cork“ war die verblüffende Antwort. Hier wurde von uns erstmal Aufklärung betrieben.

James (76), ein Ire war 1960 ausgewandert. Gay (80) seine Frau hatte deutsche Vorfahren, die aus Detmold stammten.

Die beiden luden uns herzlich zu einem Kaffee in ihr Haus, so dass wir noch weitere Details aus der Familiengeschichte erfuhren.

 James war Imker und Gay hatte Hühner und so wurden wir von beiden mit Honig und Eiern liebevoll verabschiedet.


Haus "Detmold" Wohnhaus von Gay von Doussa





Auf dem Friedhof lesen wir ausschließlich deutsche Namen auf den Grabsteinen.


In Hahndorf ist alles auf "Deutsch" eingestellt, wird gepflegt und sehr gut vermarktet. Leider haben wir trotz unsrer Bemühungen niemanden mehr gefunden, der die deutsche Sprache beherrschte. Gay erzählte uns allerdings, dass während des Zweiten Weltkrieges die deutsche Sprache verboten wurde. 

Auf nach Hahndorf
Am Blue Lake traffen wir diese fröhliche Motoradtruppe. Sie waren auf dem Weg nach Hahnendorf zu einem jährlichen Bikertreffen. Die Teilnehmer mit ihren schweren Maschinen kommen aus ganz Australien. Dieser Trupp kam aus Melbourne.
 

Freitag, 10. Oktober 2014

Austern


In jedem kleinen Küstenort fallen uns die Drahtkäfige am Bootssteg auf. Hier werden keine Fische gefangen oder gezüchtet, hier baden die Menschen um vor den Haien sicher zu sein.


Die Feriensiedlung Smoky Bay ist für Austernliebhaber einen Halt wert.

Wir fahren auf das Gelände der Angel´s Oaster Farm und treffen dort Daniel und Ben. Die beiden sind dabei, junge kleine Austern (geliefert aus Tasmanien) in spezielle Körbe zu verfrachten, um sie anschließend im Meer auszusetzen. Nach 8 Monaten sind sie so gewachsen, dass sie "geerntet" werden können.

Bereitwillig zeigt uns Ben, wie man mit einem kleinen Trick die Schale öffnet. Aber verkaufen an private Kunden ist nicht üblich.


Doch wer kann schon einem echten Ostfriesen widerstehen? Hochbeglückt ziehn wir mit 3 Dutzend frischen Austern von dannen.




Der nächste Abstecher vom Highway führt in das verschlafene Nest Venus Bay. Das Meer und die rauhe Küste sind atemberaubend.



Die Anfahrt zu den imposanten Granitfelsen "Murphy´s Haystacks"  die aussehen wie riesige Pilze ist am Highway ausgeschildert.

Das Alter der Steine wird auf über 1,5 Milliarden Jahre geschätzt.



In Elliston verlassen wir den Flinders Highway und fahren Richtung Cowell. Hier wollen wir die Fähre nach Wallaroo nehmen. Eine Strecke von über 400 km sollte dadurch eingespart werden. Aber als wir den Anleger erreichten war klar: mit diesem Schiff konnte man keine Autos transportieren.


Man sagte uns, dass der Fährbetrieb bereits im August eingestellt wurde. 400 km Autofahrt ist in Australien nicht der Rede wert.


Auf dem Weg Richtung Adelaide ein Salzsee zwischen Weizenfeld und Bahnlinie. In dem Wasser lebt eine Alge, die bei Wärme rötlich leuchtet. Mit dem weißen Salz zusammen gibt das ein zartes pink.