Sonntag, 10. August 2014

Von Derby bis Broome



Broome und Derby sind unsere nächsten Ziele. Beide Orte haben wir schon vor vier Jahren ausführlich beschrieben. Erwähnenswert ist vielleicht, dass wir in Derby auf unserem Campingplatz (einer von vier) Paul wieder trafen.

Von ihm kam auch der Tip, den großen Baobab am Great Northern HWY anzusehen. Etwa 100 km entgegengesetzte Richtung und die gleiche Strecke wieder zurück – für Australien  keine Entfernung.

Der Baobab soll ein Alter von 1500 Jahren haben. Sein Umfang beträgt etwa 21m.




















Des Weiteren zeigte er uns auf der Karte einen schönen Platz für unser Camp am Fitzroy River.

Hier war es traumhaft schön. Die gefährlich aussehenden Salzwasserkrokodile störten nicht wirklich. Wir respektierten uns gegenseitig.

Crocodile watching




Bird watching

Broome war völlig überlaufen. Alle sonnenhungrigen Camper aus dem Süden Australiens flüchteten vor der winterlichen Kälte nach Broome. Es war nicht einfach, einen Platz für unser Zelt im Caravan-Park zu finden.

 Zum berühmten Cable Beach hatten wir es nicht weit und konnten zu Fuß gehen.

Heinrichs kleine Insel



Jeden Abend, pünktlicn zum Sonnenuntergang ziehen die langen Karawanen von Kamelen und Touristen über den Strand.


Broome ist rund um den Flughafen gebaut.

Landende und startende Flugzeuge sind an der Tagesordnung. Das 1916 eröffnete Sun Picturs Kino liegt direkt in der Einflugschneise.

Das Kino ist Nostalgie pur. Bis heute sitzen die Besucher in
einfachen aber dennoch bequemen Liegestühlen und genießen unter dem Sternenhimmel den Film.
Die ab und zu darüber donnernden Flugzeuge nimmt man in Kauf.


Von einem Stadtteil zum nächsten muss man große Entfernungen zurücklegen. Bei unserem Bummel durch Chinatown trafen wir zufällig … Paul.


Von März bis Oktober, während des Vollmondes, besteht am  weitläufigen Town Beach die beste Gelegenheit, das Stairway To The Moon Spektakel zu bewundern und über den Staircase Market zu bummeln.

Wenn der Mond am Horizont aufgeht, spiegelt sich das Licht auf dem flachen Wasser der Wattflächen, die bei Ebbe auf Grund des enormen Tidenhubs (8-12m) entstehen. Die Lichtstreifen erscheinen wie Stufen, die zum Mond führen. In Broome wird diese optische Illusion regelrecht zelebriert. Am Town Beach versammeln sich hunderte von Leuten.


Montag, 4. August 2014

Windjana Gorge

Wir machten uns auf zum Windjana Gorge.

Vor etwa 350Mio Jahren entstand hier ein 300km langes Barriere Riff in den Kimberleys. Damals waren sie zum größten Teil von einem tropischen Meer bedeckt. Kalkablagerungen führten zur Bildung des Devonan Great Barriere Reef.

Nach Rückzug des Wassers kamen lange Kalkstein- Gebirgszüge  zum Vorschein, die von heftigen Regenfällen und alten Flusssystemen freigelegt, durchbrochen und untertunnelt wurden.


Beim Tunnel Creek ist dies besonders schön zu sehen. Den Namen erhielt dies Gebiet wegen seines 750m langen Felsentunnels, den der Bach bereits vor Millionen Jahren in den Kalkstein der Napier Range gegraben hatte. 


Die Berge haben noch immer die Eigenschaften eines Riffs: extrem scharfkantiges Gestein.

In der Windjana Schlucht hat sich der Lennard River auf eine Länge von 3,5km bis zu 100m tief durch den Kalkstein der Gebirgskette sein Bett gegraben.

Auf den Sandbänken und am Fluss sonnen sich zahlreiche Süßwasser-Krokodile. In den Felsspalten leben Fledermäuse, Eidechsen und Schlangen.


Der 7km lange Wanderweg zeigte nach jeder Wegbiegung neue Eindrücke.







 Mal war es ein seichter Wasserlauf, dann wieder ein trockenes Flußbett

und oft war kaum ein Durchkommen in der Wildnis.


Die recht harmlosen Süßwasserkrokodile flößten uns doch einen großen Respekt ein.

Süßwasser Krokodil etwa 3,50m lang

Man weiß ja nie wie so ein Tier reagiert, wenn man ihm zu nahe kommt.


Nach dieser anstrengenden Wanderung machen wir uns auf Richtung Derby.

Sonntag, 3. August 2014

Paul



Town Center von Halls Creek
Halls Creek war für uns die Anlaufstelle, um Wasser und frisches Obst aufzufüllen. Hier im Campkitchen machten wir die Bekanntschaft mit Paul Davis.
Paul ist in diesem riesigen Kontinent mit dem Rad unterwegs (tägliches Pensum etwa 80-150km je nach Wind und Straßenzustand). Paul kommt aus Tasmanien, hat lange Jahre als Ingenieur gearbeitet und hat nun eine kleine Hobby-Farm von 150ha und mit ca 40 Rindern. Bis Oktober will er Australien befahren und wir staunen bei seiner Abfahrt, wie wenig man zum Leben im Outback braucht.



Karl Sternkiker, David und Mary Tayler, drei Radfahrer, die uns als Autofahrer mit Zelt in ihrer Nähe akzeptierten. Karl ist Deutscher und kommt aus Darmstadt. Mary und David haben in Darwin gearbeitet und fahren mit dem Rad zurück nach Melbourne.


Die wohl größte Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Halls Creek ist die bis zu 6m hohe Mauer aus hellem Quarz – die China Wall.


Sie entstand dadurch, dass Erosion und Regen die weicheren Gesteinsschichten um die Quarzblöcke herum abgetragen haben. Übrig blieb die Form einer senkrechten Mauer.


Für uns sieht die China Wall aus, als wäre sie wie von Menschhand aufgeschichtet. Die Natur ist wirklich einzigartig.



Etwa 2 Stunden später fahren wir weiter Richtung Fitzroy River. Schon von weitem fällt uns der einsame Radfahrer auf – Paul Davids. Tatsächlich hatte Paul in der Zeit unseres Zeltabbaus und der Besichtigung der China Wall schon 120km zurückgelegt. 




Wir verabredeten uns 20km weiter an einem Campground, der an einem malerischen Billabong lag zu einer Tasse Tee.








Wieder gab es eine herzliche Verabschiedung und jeder ging seiner Wege.
Nach etwa einer Stunde Autofahrt fanden wir endlich in der Savannenlandschaft einen kleinen Weg abseits der Straße.

Das Abendessen war gerade fertig, als zu unsrer großen Überraschung Paul des Weges kam. Auch er hatte diesen kleinen Weg entdeckt und suchte einen Platz für die Nacht. Wir freuten uns alle drei über dieses unverhoffte Wiedersehn und teilten uns das Abendessen brüderlich.






Am nächsten Morgen um 6Uhr, nach einem gemeinsamen Frühstück nahmen wir erneut Abschied.
Paul wurde von uns mit Wasser, Obst und Brot versorgt und wir sind gespannt, wann wir uns wiedersehen.

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Pauls Fahrrad mit Gepäck und Vorräten wiegt etwa 120 Pfund

























Ab und zu hält Heinrich Ausschau, ob er irgendwo Paul entdecken kann.